Stereomix für ein zweites Headset: Anleitung und Grenzen

Der Stereomix ist der älteste Trick, um Windows-Ton auf einem zweiten Headset abzuspielen. Er kostet nichts, hängt aber vollständig am Soundtreiber und am Anschluss des ersten Headsets.

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Wie lege ich Windows-Ton per Stereomix auf ein zweites Headset, und warum klappt das oft nicht?

  • Der Stereomix stammt vom Treiber des Soundchips und enthält nur, was über diesen Chip läuft; USB-Headsets als Quelle erfasst er nicht.
  • Eingerichtet wird er in mmsys.cpl über „Deaktivierte Geräte anzeigen“ und die Registerkarte „Abhören“; fehlt er, fehlt meist der Herstellertreiber.
  • Echo, Verzögerung, verschwundene Einstellungen nach Treiberupdates und die fehlende Stimme der sprechenden Person sind die häufigsten Probleme.

Wer nach einer Möglichkeit sucht, den Ton eines Windows-Rechners zusätzlich auf ein zweites Headset zu legen, landet früher oder später beim Stereomix. Die Anleitung dafür passt auf einen Bierdeckel, und auf manchen Rechnern klappt sie tatsächlich auf Anhieb. Auf vielen anderen gibt es den Stereomix gar nicht, und in Büros mit USB-Headsets hilft er selbst dann kaum, wenn er vorhanden ist. Beides hat einen nachvollziehbaren Grund.

Was der Stereomix eigentlich ist

Der Stereomix taucht in Windows als Aufnahmegerät auf, ist aber kein Mikrofon. Er wird vom Treiber des Soundchips bereitgestellt, bei den meisten Hauptplatinen und Notebooks also vom Realtek-Treiber. Was über die Ausgänge dieses Chips abgespielt wird, stellt der Treiber zusätzlich als Aufnahmequelle bereit. Programme können diesen Ton dann aufnehmen, und Windows kann ihn über die Option „Abhören“ an ein weiteres Ausgabegerät weiterreichen.

Daraus folgen zwei Dinge, die in vielen Anleitungen fehlen:

  • Der Stereomix enthält nur, was über diesen einen Soundchip läuft. Steckt das Headset der sprechenden Person an der Klinkenbuchse des Rechners, ist der Ton darin. Ist es ein USB-Headset, läuft der Ton über dessen eigenen Audiochip und kommt im Stereomix des Realtek-Chips nicht vor.
  • USB- und Bluetooth-Headsets bringen in aller Regel keinen eigenen Stereomix mit. Für das typische Büroheadset ist dieser Weg damit ausgeschlossen, solange es die Quelle sein soll. Als Ziel für das Mithören eignet es sich dagegen.

Schritt für Schritt: Stereomix auf ein zweites Headset legen

Die Einstellungen stecken in der klassischen Sound-Systemsteuerung, nicht in der neuen Einstellungen-App.

  1. Beide Headsets anschließen. Das Headset der sprechenden Person steckt an der Klinkenbuchse des Rechners und ist in Windows als Standardgerät eingestellt.
  2. Mit Windows + R das Ausführen-Fenster öffnen, mmsys.cpl eingeben und bestätigen.
  3. Auf die Registerkarte „Aufnahme“ wechseln. Mit der rechten Maustaste in einen freien Bereich der Liste klicken und „Deaktivierte Geräte anzeigen“ wählen.
  4. Erscheint „Stereomix“, mit der rechten Maustaste darauf klicken und „Aktivieren“ wählen.
  5. Den Stereomix doppelt anklicken und in den Eigenschaften die Registerkarte „Abhören“ öffnen.
  6. Das Häkchen bei „Dieses Gerät als Wiedergabequelle verwenden“ setzen und darunter bei „Wiedergabe über dieses Gerät“ das zweite Headset auswählen.
  7. Mit „Übernehmen“ bestätigen und einen Ton abspielen. Beide Headsets sollten ihn jetzt hören.

Taucht der Stereomix auch nach Schritt 3 nicht auf, stellt der installierte Treiber ihn nicht bereit. Häufig läuft dann der allgemeine Windows-Treiber für High-Definition-Audio statt des Herstellertreibers. Mit dem Originaltreiber vom Hersteller der Hauptplatine oder des Notebooks erscheint er in vielen Fällen, aber nicht bei jedem Gerät; manche Hersteller liefern ihn bewusst ohne diese Funktion aus.

Typische Probleme im Alltag

Häufige Probleme beim Stereomix und ihre Ursachen
Problem Ursache und Abhilfe
Echo oder Rückkopplung Das Ziel bei „Wiedergabe über dieses Gerät“ ist dasselbe Gerät, das der Stereomix abgreift, oder ein Ausgang am selben Chip. Der Ton läuft dann im Kreis. Das Ziel muss ein getrenntes Gerät sein, etwa ein USB-Headset.
Spürbare Verzögerung Das Weiterreichen über „Abhören“ puffert den Ton. Eine kleine Verzögerung auf dem zweiten Headset ist normal und lässt sich in Windows nicht einstellen.
Nach einem Update weg Ersetzt Windows Update den Herstellertreiber durch eine andere Fassung, verschwindet der Stereomix oder ist wieder deaktiviert. Die Einrichtung muss dann wiederholt werden.
Nur eine Quelle Es wird immer der eine Soundchip abgegriffen. Wechselt die sprechende Person zu einem USB- oder Bluetooth-Headset, hört das zweite Headset nichts mehr.
Eigene Stimme fehlt Der Stereomix enthält, was abgespielt wird, also die Gegenseite im Gespräch. Die Stimme der sprechenden Person kommt über das Mikrofon und fehlt dem Zuhörer.

Ein Punkt betrifft vor allem die IT: Die Option „Abhören“ ist eine Einstellung am einzelnen Rechner und wird dort in der Systemsteuerung gesetzt. Wer mehrere Arbeitsplätze einrichtet, klickt sie an jedem Rechner selbst an.

Die Variante ohne Stereomix: „Abhören“ am Mikrofon

Die Registerkarte „Abhören“ gibt es nicht nur beim Stereomix, sondern bei jedem Aufnahmegerät, also auch beim Mikrofon eines USB-Headsets. Bei Wiedergabegeräten fehlt sie dagegen; einen Lautsprecher oder Kopfhörer kann Windows nicht direkt auf ein zweites Gerät spiegeln.

Das Häkchen am Headset-Mikrofon der sprechenden Person schickt deren Stimme auf das zweite Headset. Die Einrichtung ist dieselbe wie oben, nur eben unter „Aufnahme“ beim Mikrofon statt beim Stereomix. Für sich allein ist das nur die halbe Lösung, denn der Zuhörer hört so die Kollegin, aber nicht den Anrufer. Zusammen mit einem funktionierenden Stereomix ergibt sich dagegen das vollständige Gespräch: Gegenseite über den Stereomix, eigene Stimme über das Mikrofon. Beide Wege laufen getrennt und können unterschiedlich verzögert ankommen.

Wichtig ist der Gegencheck: „Abhören“ am Mikrofon auf das eigene Headset gelegt, hört man sich selbst mit Verzögerung. Das stört beim Telefonieren schnell und ist eine häufige Ursache für Beschwerden über Echo.

Wenn der Stereomix nicht trägt

Für einen Rechner mit Realtek-Chip, Klinken-Headset und gelegentlichem Mithören kann der Stereomix völlig genügen. Sobald USB-Headsets im Spiel sind, der Treiber nicht mitspielt oder mehrere Arbeitsplätze gleich eingerichtet werden sollen, braucht es einen anderen Weg. Moderne Bluetooth-Kopfhörer mit LE Audio können eventuell die neue Windows-Funktion nutzen; was sie verlangt, steht unter Audio teilen in Windows 11.

AudioBridge für Windows arbeitet ohne Stereomix. Die Software greift die Ausgabe des Sprecher-Headsets direkt über die Windows-Audioschnittstelle ab und spielt sie auf dem Zuhörer-Headset ab, egal ob USB, Bluetooth oder Klinke. Ein Treiber oder eine virtuelle Soundkarte wird nicht installiert. Das Mikrofon der sprechenden Person lässt sich zumischen, ein Headset-Assistent mit Testton ordnet Sprecher und Zuhörer zu, und Abtastraten oder Mono und Stereo gleicht die Software selbst an.

Auch hier gibt es Grenzen: Es gibt genau ein Zielgerät, übertragen wird immer die gesamte Ausgabe des Sprecher-Headsets, und eine kleine Verzögerung zwischen beiden Headsets bleibt. Belegt eine andere Anwendung ein Gerät im Exklusivmodus, funktioniert die Übertragung nicht. Details stehen auf der Produktseite von AudioBridge; einen Vergleich mit Y-Kabel und Mischpult-Software finden Sie unter Zwei Headsets an einem PC. Bevor im Kundenservice mitgehört wird, sollten außerdem die Punkte aus Mithören im Kundenservice geklärt sein.

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