Teams-Anruf auf einem zweiten Headset mithören

Teams gibt den Ton eines Anrufs auf genau einem Lautsprecher- oder Kopfhörergerät pro PC aus. Wer bei der Einarbeitung am selben Platz mithören will, braucht deshalb einen Weg neben Teams: einen zweiten Teilnehmer, die Mithörfunktion der Queues-App, ein Kabel oder Software unter Windows.

Zum Vergleich der Wege AudioBridge ansehen

Wie höre ich einen Teams-Anruf oder ein Teams-Meeting am selben PC auf einem zweiten Headset mit?

  • Teams wählt pro PC genau einen Lautsprecher und ein Mikrofon; der sekundäre Klingelton klingelt nur mit und überträgt kein Gespräch.
  • In Meetings kann die zuhörende Person mit eigenem Gerät teilnehmen; bei Teams Phone hören Teamleitungen Warteschlangenanrufe über die Queues-App mit, was Teams Premium voraussetzt.
  • Am selben PC bleiben Trainingskabel für kabelgebundene Headsets, der Stereomix für Headsets am Onboard-Soundchip oder Software, die das Sprecher-Headset auf ein zweites spiegelt.

Microsoft Teams selbst kann einen Anruf oder ein Meeting nicht gleichzeitig auf zwei Headsets am selben PC ausgeben. In den Geräteeinstellungen wählen Sie genau einen Lautsprecher und ein Mikrofon. Zum Mithören bleiben vier Wege: Die zuhörende Person nimmt mit einem eigenen Gerät am Meeting teil, eine Teamleitung hört Warteschlangenanrufe über die Queues-App mit, ein Trainingskabel teilt den Ton bei kabelgebundenen Headsets, oder eine Software unter Windows spiegelt die Ausgabe des Sprecher-Headsets auf ein zweites Headset. Welcher Weg passt, hängt davon ab, ob es um ein Meeting oder ein Telefonat geht, welche Lizenzen vorhanden sind und welche Headsets auf dem Tisch liegen.

Die Angaben zu Teams entsprechen dem Stand Oktober 2026.

Warum Teams nur ein Headset bedient

In Teams öffnen Sie über die drei Punkte neben dem Profilbild „Einstellungen“ und dann „Geräte“. Dort steht unter den Audiogeräten je ein Feld für Lautsprecher und Mikrofon. Beide Felder nehmen genau ein Gerät auf. Eine Mehrfachauswahl oder eine Option „auf allen Geräten ausgeben“ gibt es nicht.

Weiter unten auf derselben Seite findet sich der sekundäre Klingelton (im englischen Teams „Secondary ringer“). Er wirkt verlockend, hilft beim Mithören aber nicht. Laut Microsoft klingelt das gewählte Gerät bei einem eingehenden Anruf zusammen mit dem primären Gerät. Das Gespräch selbst läuft danach weiter nur über das eine eingestellte Headset. Der sekundäre Klingelton ist dafür gedacht, dass ein Anruf auch über die Lautsprecher hörbar ist, wenn das Headset gerade nicht auf dem Kopf sitzt.

Auch die Windows-Einstellung „Standardgerät“ ändert daran nichts. Windows spielt Ton ebenfalls immer nur auf einem Gerät ab, und Teams folgt seiner eigenen Auswahl.

Im Teams-Meeting: mit einem eigenen Gerät teilnehmen

Bei einem Meeting ist der einfachste Weg kein technischer Trick. Die zuhörende Person tritt dem Meeting mit einem eigenen Gerät bei, etwa einem zweiten Laptop oder dem Smartphone, und setzt dort ihr eigenes Headset auf. Mikrofon stummschalten, Lautsprecher am Gerät aus, dann entsteht auch kein Echo, wenn beide nebeneinandersitzen.

Das kostet nichts und funktioniert mit jedem Headset. Es hat aber zwei Folgen, die man kennen sollte:

  • Die zuhörende Person erscheint in der Teilnehmerliste. Alle anderen sehen, dass jemand zusätzlich dabei ist. Bei internen Meetings und Schulungen ist das meist gewollt, bei einem Kundentermin sollte vorher klar sein, wer teilnimmt.
  • Für Telefonate taugt der Weg kaum. Ein normaler Anruf lässt sich zwar um eine weitere Person erweitern, daraus wird aber ein Gruppengespräch mit einem zusätzlichen Teilnehmer und kein stilles Mithören.

Teams-Telefonie: Mithören über die Queues-App

Für Teams Phone gibt es eine eingebaute Mithörfunktion, allerdings nur für Anrufe über Anrufwarteschlangen. In der Queues-App können berechtigte Teamleitungen eine Überwachungssitzung mit einzelnen Agents starten. Microsoft beschreibt vier Stufen:

Monitor, Whisper, Barge und Takeover in der Queues-App für Microsoft Teams
Stufe Was die Teamleitung tun kann
Monitor Das Gespräch zwischen Agent und Anrufer anhören, ohne selbst gehört zu werden.
Whisper Mit dem Agent sprechen. Der Agent hört die Teamleitung, der Anrufer nicht.
Barge Dem Gespräch beitreten und mit Agent und Anrufer sprechen.
Takeover Das Gespräch übernehmen. Der Agent wird aus dem Anruf entfernt.

Die Stufen werden der Reihe nach durchlaufen, wer eingreifen will, beginnt also immer mit dem Mithören. Die Voraussetzungen sind allerdings erheblich:

  • Die Queues-App setzt eine Teams-Phone- und eine Teams-Premium-Lizenz voraus. Für das Mithören braucht die Teamleitung Teams Premium.
  • Die Teamleitung muss als berechtigter Benutzer für die Warteschlange eingetragen sein und eine Richtlinie für Sprachanwendungen haben, in der die Einstellung „Agent monitor mode“ auf mindestens „Monitor“ steht. Standardmäßig ist sie aus.
  • Die Warteschlange braucht den Konferenzmodus und anwesenheitsbasiertes Routing. Mitgehört werden eingehende Anrufe der Warteschlange, keine direkten Anrufe auf die Durchwahl des Agents.
  • Ist die Teamleitung selbst Mitglied der Warteschlange, muss sie dort abgemeldet sein, um mithören zu können.
  • Ob der Agent einen Hinweis auf das Mithören sieht, legt die Administration fest. Anrufer werden nicht benachrichtigt.

Die Teamleitung hört dabei an ihrem eigenen Teams-Client mit, nicht am PC des Agents. Für ein Supportteam mit Warteschlangen und Premium-Lizenzen ist das der naheliegende Weg, gerade wenn die Teamleitung nicht neben der neuen Kollegin sitzt. Für die Einarbeitung am selben Tisch, für direkte Anrufe oder für Meetings greift die Funktion nicht.

Trainingskabel und Windows-Bordmittel

Unabhängig von Teams lässt sich der Ton auch unterhalb der Anwendung verteilen. Ein Y-Kabel oder Trainingskabel teilt das Signal auf zwei kabelgebundene Headsets auf, ohne Software und ohne Verzögerung. Das klappt nur mit Headsets des passenden Steckersystems, etwa mit Schnelltrennkupplung. USB- und Bluetooth-Headsets lassen sich so nicht verbinden. Die Unterschiede der Kabellösungen stehen unter Zwei Headsets an einem PC.

Windows bietet den Stereomix mit der Option „Abhören“. Er erfasst aber nur, was über den eingebauten Soundchip läuft. Telefoniert die Kollegin über ein USB-Headset, landet der Teams-Ton nicht im Stereomix. Die Einrichtung und ihre Grenzen beschreibt der Beitrag Stereomix für ein zweites Headset. Die Funktion „Audio teilen“ in Windows 11 setzt Bluetooth-Kopfhörer mit LE Audio voraus und schaltet während der Freigabe die Bluetooth-Mikrofone ab, was sie für Telefonate wenig brauchbar macht. Details unter Audio teilen in Windows 11.

Die Wege im Vergleich

Wege, einen Teams-Anruf oder ein Teams-Meeting auf einem zweiten Headset mitzuhören
Weg Meeting Telefonat Voraussetzung
Zweites Gerät im Meeting Ja, sichtbar in der Teilnehmerliste Nur als Gruppengespräch Zweites Gerät und Teams-Zugang
Queues-App (Monitor) Nein Nur Warteschlangenanrufe Teams Phone, Teams Premium, Richtlinie
Trainingskabel Ja Ja Kabelgebundene Headsets mit passendem Stecker
Stereomix Ja Ja Sprecher-Headset am Onboard-Soundchip, passender Treiber
Software am selben PC Ja Ja Zwei Headsets, die Windows als getrennte Geräte erkennt

Teams am selben PC per Software mithören

Bleibt der Fall, für den Teams selbst nichts anbietet: Die neue Kollegin telefoniert über ein USB- oder Bluetooth-Headset, der Trainer sitzt daneben und will alles hören, ohne dem Gespräch beizutreten und ohne Premium-Lizenz. Dann muss der Ton des Sprecher-Headsets unter Windows abgegriffen und auf ein zweites Headset gelegt werden.

AudioBridge für Windows 10 und 11 macht genau das. Die Software überträgt alles, was auf dem Sprecher-Headset wiedergegeben wird, auf das Zuhörer-Headset, also auch Teams-Anrufe und Meetings. In Teams muss dafür nichts umgestellt werden; dort bleibt das Sprecher-Headset ausgewählt. Das Mikrofon der sprechenden Person lässt sich zuschalten, damit der Zuhörer beide Seiten des Gesprächs hört. Unterstützt werden USB-, Bluetooth- und Klinken-Headsets. Baugleiche Jabra-Headsets unterscheidet die Software über das Jabra SDK anhand des im Headset hinterlegten Namens.

Die Grenzen: AudioBridge überträgt nur in eine Richtung. Das Mikrofon des Zuhörers wird nicht weitergeleitet, er kann also nicht ins Gespräch sprechen oder dem Agent etwas zuflüstern. Es gibt genau einen Zuhörer am selben PC, kein Mithören über das Netzwerk, keine Aufzeichnung, und eine kleine Verzögerung zwischen beiden Headsets bleibt. Übertragen wird die gesamte Ausgabe des Sprecher-Headsets, nicht nur Teams. Die Testversion läuft 30 Tage, eine Lizenz kostet ab 59 € netto einmalig. Mehr dazu auf der Produktseite von AudioBridge.

Gleich welcher Weg: Wenn im Kundenservice mitgehört wird, sollten Mitarbeitende davon wissen, und die Frage nach Information der Anrufer, Betriebsrat und Datenschutz gehört vor den ersten Einsatz. Die wichtigsten Punkte dazu stehen unter Mithören im Kundenservice.

Weitere Artikel zu „Windows-Audio im Arbeitsalltag“

Teams-Gespräche am selben PC mithören

AudioBridge spielt alles, was auf dem Sprecher-Headset läuft, auch auf einem zweiten Headset ab, ohne Änderung an Teams. Die Testversion läuft 30 Tage mit Ihren eigenen Headsets.