Wie gebe ich mit Voicemeeter Ton auf zwei Headsets gleichzeitig aus, und was ist dabei im Büro zu beachten?
- Schon die Standardversion von Voicemeeter hat zwei Hardware-Ausgänge: Windows-Ton auf „Voicemeeter Input“, Headset 1 auf A1, Headset 2 auf A2.
- Voicemeeter installiert virtuelle Audiotreiber, braucht für das Setup Adminrechte und einen Neustart und muss laufen, damit Ton ankommt.
- Privat ist es Donationware; beruflich und in Organisationen verlangt VB-Audio eine bezahlte Lizenz. Knacken, Abtastraten und Echo sind die häufigsten Probleme.
Ja, mit Voicemeeter lässt sich derselbe Ton auf zwei Headsets gleichzeitig ausgeben. Dafür wird in Windows „Voicemeeter Input“ als Ausgabegerät eingestellt, in Voicemeeter Headset 1 auf den Hardware-Ausgang A1 und Headset 2 auf A2 gelegt und am virtuellen Eingang beide Ausgänge eingeschaltet. Schon die kostenlose Standardversion hat zwei Hardware-Ausgänge und reicht dafür aus. Für einen einzelnen Rechner zu Hause oder am Streaming-Platz ist das ein guter Weg. Im Büro hängt der Aufwand an Treibern, Lizenz und daran, wer das Routing an jedem Arbeitsplatz pflegt.
Die Angaben zu Versionen und Lizenz entsprechen den Seiten von VB-Audio, Stand Oktober 2026.
Was Voicemeeter ist und was es installiert
Voicemeeter von VB-Audio ist ein virtuelles Mischpult für Windows. Es nimmt Ton von Mikrofonen und Anwendungen entgegen, mischt ihn und verteilt ihn auf Ausgänge. Damit Anwendungen ihren Ton an das Mischpult schicken können, installiert das Setup virtuelle Audiogeräte mit eigenem Treiber. In der Windows-Soundliste erscheinen danach zusätzliche Wiedergabegeräte wie „Voicemeeter Input“ und Aufnahmegeräte wie „Voicemeeter Output“.
Laut Hersteller muss das Setup im Administratormodus laufen, und nach der Installation ist ein Neustart nötig, ebenso nach einer Deinstallation. Wichtig für den Alltag: Die virtuellen Geräte liefern nur Ton, solange Voicemeeter selbst läuft. Ist das Programm geschlossen, bleibt alles stumm, was auf „Voicemeeter Input“ zeigt.
Welche Voicemeeter-Version für zwei Headsets?
Es gibt drei Ausgaben. Für zwei Headsets zählt die Zahl der Hardware-Ausgänge, die in Voicemeeter A1, A2 und so weiter heißen.
| Version | Hardware-Ausgänge | Hardware-Eingänge | Virtuelle Eingänge |
|---|---|---|---|
| Voicemeeter (Standard) | 2 (A1, A2) | 2 | 1 |
| Voicemeeter Banana | 3 (A1 bis A3) | 3 | 2 |
| Voicemeeter Potato | 5 (A1 bis A5) | 5 | 3 |
Für genau zwei Headsets genügt die Standardversion. Banana lohnt sich, wenn ein dritter Ausgang dazukommt oder Teams und Musik getrennt geroutet werden sollen, denn der zweite virtuelle Eingang („Voicemeeter AUX Input“) erlaubt es, einzelne Anwendungen gezielt auf bestimmte Headsets zu legen.
Ist Voicemeeter kostenlos?
Voicemeeter, Banana und Potato sind Donationware. Der volle Funktionsumfang steht ohne Bezahlung zur Verfügung, nach 30 Tagen bittet das Programm im Info-Fenster um eine Lizenz oder Spende. Privat zahlt man, was man angemessen findet.
Für den beruflichen Einsatz gilt das nicht. Nach den Lizenzbedingungen von VB-Audio muss eine Lizenz bezahlt werden, wenn die Software beruflich genutzt wird oder in Unternehmen, Behörden und Organisationen, in denen die Beschäftigten ihre Werkzeuge nicht selbst bezahlen. Lizenzen gibt es im Webshop des Herstellers, für größere Mengen mit Staffelpreisen. Die aktuellen Bedingungen stehen auf der Lizenzseite von vb-audio.com und sollten vor dem Einsatz im Betrieb geprüft werden.
Schritt für Schritt: Voicemeeter auf zwei Headsets
Die Anleitung geht von der Standardversion aus, bei Banana und Potato sind die Schritte gleich. Headset 1 gehört der Person, die telefoniert, Headset 2 der Person, die mithört.
- Voicemeeter von vb-audio.com herunterladen, das ZIP entpacken, das Setup mit der rechten Maustaste über „Als Administrator ausführen“ starten und den Rechner danach neu starten.
- Beide Headsets anschließen und Voicemeeter öffnen.
- Oben rechts bei „Hardware Out“ auf A1 klicken und Headset 1 wählen. Jedes Gerät steht mehrfach in der Liste, mit dem Präfix „WDM“, „KS“ oder „MME“. Zuerst den WDM-Eintrag nehmen.
- A2 auf dieselbe Weise auf Headset 2 stellen.
- Am Kanal „Voicemeeter VAIO“ (virtueller Eingang) die Schalter A1 und A2 einschalten. Alles, was dort ankommt, geht jetzt auf beide Headsets.
- In Windows unter Einstellungen > System > Sound bei „Ausgabe“ das Gerät „Voicemeeter Input“ wählen. In der klassischen Systemsteuerung (
mmsys.cpl) zusätzlich „Als Standardkommunikationsgerät“ festlegen. - Am Kanal „Hardware Input 1“ das Mikrofon von Headset 1 wählen. Dort den virtuellen Bus einschalten (B oder B1, je nach Version), damit Anwendungen das Mikrofon über „Voicemeeter Output“ bekommen. A1 ausschalten, sonst hört die sprechende Person sich selbst. A2 einschalten, wenn die mithörende Person auch die Stimme der Kollegin hören soll.
- In Teams unter Einstellungen > Geräte als Lautsprecher „Voicemeeter Input“ und als Mikrofon „Voicemeeter Output“ einstellen. Im Softphone dasselbe in dessen Audioeinstellungen.
- Im Voicemeeter-Menü den Start mit Windows aktivieren und einen Testanruf machen.
Danach hören beide Headsets die Gegenseite, und die mithörende Person hört bei eingeschaltetem A2 auch die Stimme der Kollegin. Das Mikrofon von Headset 2 ist nicht im Routing und wird nicht übertragen.
Typische Probleme mit Voicemeeter im Büro
| Problem | Ursache und Abhilfe |
|---|---|
| Knacken oder Aussetzer | Der Puffer ist für das Gerät zu klein, oder Treiber kommen nicht hinterher. Im Menü unter „System Settings / Options“ den Puffer für WDM erhöhen. Hilft das nicht, für das betroffene Headset den KS- oder MME-Eintrag ausprobieren. MME läuft meist stabil, aber mit mehr Verzögerung. |
| Verzerrter Ton nach dem Umstecken | Die Abtastraten passen nicht. Voicemeeter übernimmt sie vom Gerät auf A1. In mmsys.cpl unter „Eigenschaften“ > „Erweitert“ beide Headsets auf dieselbe Rate stellen, etwa 48.000 Hz, und im Menü „Restart Audio Engine“ wählen. |
| Nach dem Neustart kein Ton | Voicemeeter ist nicht gestartet, und Windows schickt den Ton an ein stummes virtuelles Gerät. Der Start mit Windows muss im Menü aktiviert sein. Ist ein USB-Headset beim Start noch nicht bereit, hilft „Restart Audio Engine“. |
| Echo | Das Mikrofon läuft auch auf A1, oder in Windows ist noch „Abhören“ aus einem früheren Versuch aktiv. A1 am Mikrofonkanal ausschalten und unter Aufnahme > Eigenschaften > Abhören das Häkchen entfernen. |
| Gegenseite hört nichts | Teams oder Softphone nutzen noch das Headset-Mikrofon direkt, oder der virtuelle Bus (B oder B1) ist am Mikrofonkanal aus. Beide Stellen prüfen. |
| Nach Windows- oder Treiberupdate durcheinander | Windows setzt nach Updates gelegentlich das Standardgerät zurück, und neue Treiberfassungen benennen Geräte um. Dann zeigen A1, A2 oder Teams auf das falsche Gerät und müssen neu gewählt werden. |
Was das pro Arbeitsplatz bedeutet
An einem einzelnen Rechner ist Voicemeeter in einer Viertelstunde eingerichtet, wenn man das Prinzip kennt. Für Streamer, Podcaster und Bastler ist es zu Recht das Werkzeug der Wahl: kostenlos, sehr flexibel und mit Möglichkeiten, die weit über zwei Headsets hinausgehen.
Im Büro sieht die Rechnung anders aus. Pro Arbeitsplatz braucht es eine Installation mit Adminrechten und einen Neustart, die Freigabe eines zusätzlichen Audiotreibers durch die IT, eine bezahlte Lizenz und die Einrichtung von A1, A2, Mikrofon und Anwendungen. Hinzu kommt, dass Headsets in Einarbeitungs- und Schulungsplätzen öfter wechseln. Jedes neue Gerät muss in Voicemeeter neu zugeordnet werden, und wer das Routing nicht kennt, findet bei einem stummen Headset den Fehler selten selbst. Das ist kein Mangel der Software, sondern der Preis ihrer Flexibilität.
Alternativen ohne virtuelle Soundkarte
Wer keine virtuellen Treiber installieren möchte, hat andere Wege. Der Stereomix mit der Windows-Option „Abhören“ kostet nichts, funktioniert aber nur, wenn das Headset der sprechenden Person am Onboard-Soundchip hängt; die Anleitung steht unter Stereomix für ein zweites Headset. Y-Kabel und Trainingsadapter der Headset-Hersteller arbeiten ganz ohne Software, passen aber nur zu bestimmten Anschlüssen. Einen Vergleich aller Wege bietet Zwei Headsets an einem PC.
AudioBridge für Windows 10 und 11 ist auf das Mithören am selben PC beschränkt. Die Software spiegelt alles, was auf dem Sprecher-Headset läuft, etwa Teams, ein Softphone oder den Browser, auf ein zweites Headset. Sie nutzt dafür die Windows-Audioschnittstelle WASAPI und installiert keine Treiber und keine virtuelle Soundkarte; Teams und Softphone behalten ihre gewohnten Geräte. Adminrechte braucht nur das Setup. USB-, Bluetooth- und Klinken-Headsets werden unterstützt, baugleiche Jabra-Headsets unterscheidet AudioBridge über das Jabra SDK, und das Mikrofon der sprechenden Person lässt sich zuschalten.
Die Grenzen: genau ein Zuhörer am selben PC, nur eine Richtung, keine Aufzeichnung, und eine kleine Verzögerung zwischen beiden Headsets bleibt. Einzelne Anwendungen getrennt zu routen, wie es Voicemeeter Banana kann, ist nicht vorgesehen. Eine Lizenz kostet ab 59 € netto einmalig, die Testversion läuft 30 Tage. Bevor im Kundenservice mitgehört wird, sollten die Punkte aus Mithören im Kundenservice geklärt sein.